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Pfarreiengemeinschaft St. Laurentius  > Aktuelles & Termine
25.05.2010
Pfingstsonntag 2010
Im Festgottesdienst an Pfingstsonntag in der St. Josefskirche sagte Pfarrer Hermann Becker bei seiner Predigt
AUFBRECHEN – so war das Thema der PGR-Wahl in diesem Jahr;
Den AUFBRUCH wagen – so klang es am Ende des 2. Ökum. Kirchentages, mit dieser Ermutigung fuhren viele Teilnehmer nach Hause.
Fest des AUFBRUCHS – können wir so das erste Pfingstfest überschreiben?
 
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Wenn die Jünger sitzen geblieben wären, wenn sie trotz der Geisterfahrung nicht angefängen hätten, die Osterbotschaft weiterzutragen, in den Syngagogen und auf den Plätzen zu verkünden – dann gäbe es uns wohl nicht.
Jenseits der Buchstaben und der Wörter fanden sie eine Sprache, die alle verstanden, so hält die Apg fest: trotz der Unterschiede erlebten sie eine starke Gemeinsamkeit, und zugleich half der Geist, alle Grenzen zu überwinden und die Jünger mit der Frohen Botschaft bis ans Ende der Welt zu führen.
Das römische Reich mit seinen Straßen und Kommunikationswegen war da eine große Hilfe. Trotzdem gehörte viel Mut und Begeisterung dazu – die Überzeugung für eine – besser die wichtigste Sache der Welt sich einzusetzen: für Jesus Christus und seine Kunde von der Liebe des Vaters zu alle Menschen!

Damals .... und heute?!

Heute stoßen wir überalle an Grenzen. ZumTeil schmerzlich müssen wir spüren, dass viele Wege nicht weiterführen, dass wir in vielen Punkten nicht so weiter-“wurschteln“ können wie wir es gewohnt sind oder gelernt haben:
·wann fangen wir Staatsbürger und Staatsorgane tatsächlich das Sparen an?
·Wann ändern wir unsere Lebensstile und bewahren uns und nachkommende Generationen vor einem völligen Desaster der Umwelt?
·Wann kommen die längst überfälligen Reformen in der Kirche?
·


In bisher ungekannter Dimension werden wir an Grenzen geführt, die unser ganzes Leben berühren und neue Herausforderungen an das Zusammenleben der Menschen stellen.
Wie soll es weitergehen ?! Das fragen sich viele ... das frage ich mich schon lange:
-für die Kirche, für unsere Gemeinden, mit der Welt und der rücksichtslosen Ausbeutung, mit dem Verkehr, mit den Schulden, mit der Bildung....

In der letzten Zeit lese ich öfter von „Denkfabriken“ oder „Denk-zirkeln“, die gegründet werden sollen – mit dem Auftrag, neue Lösungen vor-zu-denken aus den verschiedenen Sackgassen, in die wir uns verlaufen haben. (auch in der Kirche)
In diesen Zirkeln sollen Visionen entwickelt werden und – in aller Freiheit – neue Wege gesucht und entwickelt werden, als Lösungsansätze, als Antworten auf konkrete Probleme.
Vielleicht heißt ja Aufbrechen in eine Zukunft auch -> aus gewohnten Mustern zu denken und zu handeln Auszubrechen: die Paradigmen zu wechseln, die bisherigen Wege wirklich zu verlassen, damit neues sich entwickeln kann.?

 

Der Mensch will bewahren ..“das war schon immer so..., warum etwas ändern“ - aber wenn das Bisherige die Luft zum Atmen nimmt? Wenn das Alte eben nicht das Bewährte ist, sondern Ursache von Konflikt, Zerstörung, Ausbeutung,..?!


Auch in der Kirche bekommen wir ja deutlich Grenzen zu spüren. Von ihrer „Heiligkeit“ ist in der gegenwärtigen Aufdeckung der vielen Skandale und Verbrechen nicht mehr viel übrig geblieben. Das führt bei nicht wenigen Gläubigen zu einer tiefen Verunsicherung bis hin zu Depressionen, die bedrohlich werden können.

Christus hat seinen Geist allen versprochen, die bei ihm bleiben und seine Gebote halten – die Gebote der Liebe, des unbedingten Vertrauens, des barmherzigen Umgangs mit den Schwachen und Armen, usw.

Ich frage mich – sind wir bei IHM geblieben, oder hat sich nicht auch in der Kirche viel allzu menschliches vor ihn geschoben?
In einer Morallehre, die von vielen, auch gut-gläubigen Christen, nicht mehr verstanden und gehalten wird?
In einem idealen Kirchenbild, in dem die Schwachheit und Sünde ihrer irdischen Vertreter eigentlich nicht vorkommen?


Mehr Christus und weniger Kirche – lautet derzeit ein Lösungsweg, wie wir als Christenheit wieder mehr Boden unter die Füße bekommen können. Auf IHN schauen und auf IHN hören, bleibt eine Mahnung, die wir jeden Tag mitnehmen dürfen.
Auf SEINEN Geist bauen und vertrauen – das verheißt Jesus selbst als lebensnotwendige Aufgabe.

Warum nicht auch in der Kirche – und d.h. auch bei uns in der PG – sich zu Denk-zirkeln treffen, die neue Wege suchen und erproben und anfangen zu gehen: was kann uns denn blühen?
- was von Gott kommt, wird bestehen; was nicht – darf guten Gewissens einschlafen und sterben!

Hermann Becker#

 

Der Pfingstgottesdienst wurde festlich mitgestaltet von der Katholische Kantorei. Dabei erklang erstmals die von Alexander Wolf komponierte Pfingsthymnus „Veni Sancta Spiritus „ mit folgenden Text:
Gott schenk uns den heiligen Geist der das Leben neu verheißt,
wenn wir einander ehrlich lieben, wachsen Demut , Hoffnung , Frieden.
Atme in uns , heil-ger Geist, brenne in uns ,heil-ger Geist
Stärke unsern Glauben, zeige uns den Weg zur Freiheit
heil-ger Geist in Wort und Tat.

Der Pfingstsonntag klang mit einer Pfingstvesper um 18.00 Uhr in der St. Laurentiuskirche welche von Pfarrer Hermann Becker und der Männerschola gestaltet war aus .

 

 

 

 

 

Erhard Wiesmann | E-Mail