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Dieser Name ist Verheißung! Es ist geradezu ein Versprechen, das Gott macht. Mit diesem Wort Gottes an die Welt, an uns!, können wir die Ausfahrt in das Jahr 2010 beginnen. Leinen los für unser Lebensschiff, und auch für unser Gemeindeschiff. Trotzdem wird sich mancher fragen: und wohin geht die Fahrt? Wohin steuern wir in diesem neuen Jahr? Die Zukunft kommt, ungefragt. Aber wie ist Ihnen zumute? Die Deutschen sind zuversichtlich, war das Ergebnis einer Umfrage, die gestern veröffentlicht wurde. Wenige Tage vorher erinnere ich mich, dass es hieß: Deutsche schauen skeptisch ins neue Jahr. Ich vermute einfach, dass uns beides bewegt, Sorgen und Hoffnung. Als deutsche Staatsbürger starten wir alle mit einem riesigen Sack voller Schulden. Das spüren wir vielleicht nicht direkt, aber wir bekommen es zu spüren, wenn Aufgaben des Staates nicht mehr bezahlbar werden, seien es die Renten, Sozialausgaben, Gehälter, Zuschüsse und was mehr. Ein wirtschaftliches Auskommen ist erst mal die Grundlage für ein geordnetes Leben, sei es in der Familie wie im Staat. Wenn es fehlt, kann Vieles andere ins Wanken kommen. „Wir müssen sparen“ hören wir zwar schon seit Jahren – aber es wird auch kein Weg daran vorbeiführen, dass wir es mehr und mehr tun! Muss unser Leben darum schon qualitativ schlechter werden? Schauen wir auf unser Gemeinde- und Kirchenschiff. Welchen Kurs nimmt es auf? Ein paar Orientierungspunkte sind für das neue Jahr schon gesteckt. Freuen wir uns über das fertig renovierte Pfarrheim, das mit einem „Tag der offenen Tür“ am 10. Januar für alle wieder die Türen öffnen wird. Neben der Kirche ist es DAS Haus der Gemeinde, das wir mit Leben füllen können. Es wird Jugendgruppen beherbergen ebenso wie Erwachsenenkreise und -gruppen. Es sollen Begegnungen stattfinden – unter uns, wo wir Leben teilen können: Freude und Hoffnung, Trauer und Angst. Aber ebenso sollen auch Menschen zusammenfinden, die sich schwer tun, in Kirchen zu gehen; die Suchende sind, die Menschen brauchen, die ihnen zuhören und Wege zu Gott ermöglichen... Eine Etappe, die wir schon bald ansteuern werden, ist die Vergrößerung unserer Pfarreiengemeinschaft. „Da kommt viel Arbeit auf Sie zu“, sagen mir besorgte Menschen. Ich denke und sage: es kann nicht mehr Arbeit sein, die kommt, aber ich muss die Arbeit anders verteilen! Das trifft dann nicht nur auf Pfarrer und Hauptamtliche zu, sondern unser ganzes Verständnis von Kirche-sein wird davon berührt werden. Und das nicht nur bei uns hier!
Es merkt ja jeder: die Kirche (in Deutschland) befindet sich im Umbruch, in einem tiefgreifenden Wandel. Die „Mängel“, die wir haben, wurden schon oft aufgezählt: Geld-, Priester-, Gläubigenmangel. Die Not zwingt zum Umdenken, sie ist aber eine schlechter Beraterin. Man kann ja auch fragen: Was will uns denn Gott mit all den Veränderungen sagen? Wohin will denn ER uns führen? Welche Chancen liegen denn auch darin, wenn und dass sich Kirche ändert? Glauben wir, dass Gott-mit-uns ist? Oder nehmen wir es einfach als Selbstverständlichkeit an – merken aber nicht, dass wir dann auch anders denken müssten? Manches lassen dürfen, um Neues zu entdecken - wo Gott sich verbirgt? Dazu müssten wir halt mal genauer im Wort Gottes lesen, miteinander ins Gespräch kommen, uns gegenseitig fragen und miteinander nach Antworten suchen. (->Hinweis auf die Boxen für PGR-Kandidaten:) Es könnte doch eine lockende Aufgabe sein, mit anderen genauer hinzuschauen und -zuhören, wie wir als Gemeinde weiterleben wollen, wie wir Gott mehr Gehör verschaffen können unter uns: Wer möchte als Pfarrgemeinderat mitdenken und mitarbeiten, damit wir die Weichen für die nächsten Jahre stellen?! Nun betrifft so ein Kirchenwandel icht nur die katholische Kirche. Gott ist ja nicht (nur) katholisch, er ist doch wohl ebenso gegenwärtig in der evangelischen Kirche, bei den Anglikanern, Orthodoxen; und er offenbart sich doch auch den Muslimen, den Juden. Alle Menschen begegnen Gott in ihrem Gewissen! Konkret: Im Mai findet in München der 2. Ökum. Kirchentag statt. Wir dürfen auf Impulse hoffen für das ökum. Gespräch überhaupt und für die Ökumene vor Ort. Hier muss einfach mehr geschehen! Wer möchte daran mitwirken als PGR? -> ein weiterer Grund zu kandidieren. Es tut sich was. Wir müssen aber die Segel richtig setzen, um in Fahrt zu kommen, um vorwärts zu kommen und uns nicht im Kreis zu drehen oder gar das Schiff ins Abseits zu manövrieren. Wollen wir „Kirche“ sein, dann mutet uns der Steuermann Christus auch etwas zu: Ihn zu bezeugen in der Welt. Das tun wir gut mit Worten, aber noch überzeugender in Taten: indem wir Menschen helfen, die in Not sind; Frieden zu stiften, uns für Gerechtigkeit einzusetzen, die Schöpfung bewahren. Bei unserer Fahrt sollen wir eines nicht vergessen: Christus ist an Bord! Gott hat sich mit der Welt fest verbunden, Sein Wort ist Fleisch, Mensch, Kind geworden. Die Hirten können diese Überraschung nicht für sich behalten. Sie loben Gott, sie erzählen davon, sie werden zu Missionaren der Frohen Botschaft. Das ist eine Bewegung, die das Gotteskind auslöst. Solche Begeisterte braucht es in der Kirche und in unserer Gemeinde! Die andere Bewegung geht nach innen: dafür steht Maria, die alles, was geschieht, in ihrem Herzen bewahrt. Sie „bewegt“ die Worte in ihrem Herzen. Sie lässt sich treffen von dem Geheimnis des Glaubens: dass Gott Mensch wird und unter uns wohnt, dass er auch in mir geboren werden will! Zum Christsein gehört auch diese Bewegung nach innen: dass Du spürst, dass DU gemeint bist, dass Gott zu Dir kommen will, der Gott-mit-dir sein will. Das ist sein Versprechen und seine Verheißung für uns im neuen Jahr – was auch immer es für Überraschungen bereit hält. Predigt Hermann Becker |