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Monsignore Herbig seit 45 Jahren Priester
Auf den Tag, ja fast auf die Stunde genau konnte Monsignore Reinhold Herbig am vergangenen Sonntag mit den Zimmernern sein 45jähriges Priesterjubiläum feiern.
 

Im Festgottesdienst am Morgen dankte er Gott für seine Berufung und die Kraft, die ihm Gott für seine Arbeit in Schule und Gemeinde schenkte. Sein Dank galt auch allen, die während dieser Zeit Mitverantwortung übernahmen und ihm hilfreich und treu zur Seite standen. Er legte dar, dass ihn Gottes Ruf nicht wie einst Samuel im Schlaf ereilte. „Wie ein Blitz aus heiterem Himmel“ traf ihn als 16jährigen das Wort Jesu „Ich will, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben“ – und dies in der Würzburger Kirche St. Michael, seiner späteren Weihekirche. Begegnungen mit Christen, die dem tieferen Sinn des Lebens nachspürten, überzeugten ihn, ein Leben nach dem Evangelium zu wagen. Dies sei für ihn immer der richtige Weg gewesen.
Sehr bedrückt zeigte sich der Jubilar darüber, dass der Kirche derzeit der Wind von außen und von innen ins Gesicht blase, und dass sich mit dem tiefgreifenden Wandel der Gesellschaft die bisherigen Strukturen in der Seelsorge kontinuierlich auflösten. Auch trete dem priesterlichen Dienst immer mehr eine Welt entgegen, die das Transzendente, das Übernatürliche, das Göttliche von vorne herein ablehne. Trotzdem sehe Monsignore Herbig hoffnungsvoll in die Zukunft. Seinen Dienst wolle er weiterführen, solange ihm Gott die Kraft dazu gebe: „Einmal Priester – für immer Priester!“
Sein gegenwärtiges Berufs- und Lebensgefühl finde sich in einem Lied treffend wieder, das er besonders gerne bete bzw. singe: „Ich darf mich meines Lebens freuen und andern Grund zur Freude sein.“
Gegen Ende des Gottesdienstes wünschten die Zimmerner Glück zum Jubiläum und brachten ihren Dank zum Ausdruck. Einige Kinder des Ortes ließen zur Danksagung ein Menuett von Wolfgang Amadeus Mozart mit ihren Flöten erklingen. Anschließend durfte Wolfgang Schmitt stellvertretend für Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung die Glückwünsche der ganzen Pfarrgemeinde überbringen. Er erinnerte daran, dass im Jahr der Priesterweihe nur die politischen Richtungen „Ost“ und „West“ die Welt bestimmten. Heute dagegen – nach der Wiedervereinigung und dem Wegfall des Denkens in Blöcken – fänden viele Menschen in der oft überfordernd großen Vielfalt der Angebote, nach denen man sein Leben ausrichten kann, keine Orientierung mehr. Schmitt dankte Monsignore Herbig, dass er immer wieder den Blick der ihm anvertrauten Menschen auf Gott lenkte und gleichzeitig Wege zu einer intensiven Gotteserfahrung aufzeigte.
Den Geschenkkorb der Pfarrgemeinde ergänzten die Ministranten durch Präsente prominenter Gratulanten aus aller Welt:
Lieber Monsignore Herbig!
Viele prominente Leute
würden gerne mit dir heute
deinen Jubeltag begeh’n-
doch nicht alle haben Zeit,
und nach Zimmern ist es ja so weit!

Unser Papst ist stets auf Reisen;
kann dir nicht die Ehr’ erweisen,
zu sprechen ein großes Dankgebet.
Doch in seinem Grußwort steht:
„Lieber Monsignore Herbig, ich segne dich,
in Nomine-Domine… ohne mich!“

Bischof Friedhelm sich sehr freut,
dass wir zusammen feiern heut!
Mit Hofmannstropfen, glaubt er, wird es geh’n..
Dass du noch lange am Altar kannst steh’n!

Margot Käßmann sitzt schon im Flieger nach Amerika-
Lässt dir aber gerne ein Sektchen da!

Angela Merkel lässt dich grüßen
und möchte dir den Tag versüßen. (Schokolade)

Prinz Charles von England- juhe
schickt durch uns ein Päckchen Tee.

Und stell dir vor, der Sarkozy:
schickt dir etwas für die Knie! (Kniesalbe)

Aus den USA, das ist kein Gag:
Von Barack Obama ein kleiner Snack!

Gorbatschow hat keine Zeit,
außerdem ist’s ihm zu weit!

Von den Grünen gibt’s auch was:
Ökowürstchen aus dem Glas!

Horst Seehofer, das ist der Clou:
Gibt sogar den Senf dazu!

Prinzessin Viktoria schwelgt noch im Hochzeitswahn-
da steht DEIN Jubiläum leider ganz hinten an!

Aus Holland Grüße und sonst nix-
von der königlichen Beatrix.

Wer NICHT kommt, ich kann’s beschwör’n:
Gotthilf mit den Fischer-Chör’n!

Der FC Bayern- bei dir ganz oben auf dem Thron-
schenkt dir diesen Luftballon!

Es grüßt ganz Asien und die USA,
Europa, Australien und…. Afrika!

Zuguterletzt kommt’s wie es muss,
WIR gratulier’n und machen jetzt Schluss!
Wir wünschen, dass du noch lange bleibst fit!
Wir stehen am Altar und machen mit!

Letzte Grüße kamen mit dem durchdringenden Sound der in diesen Tagen unvermeidlichen Vuvuzela direkt aus Südafrika. (Das dortige Geschenk für den fußballbegeisterten Herbig lieferte die Nationalmannschaft mit dem Sieg über England nach!)
Der Gesangverein „Heimatliebe“ reihte sich mit den „Irischen Segenswünschen“ und einer Variation des Liedes „Segne du, Maria“ in die Schar der Gratulanten ein.

Bereits am Vorabend bedankten sich Gemeindereferentin Rita Geißler und Seniorensprecherin Traudl Brinkmann im Rahmen des Gottesdienstes im Krankenhaus sehr herzlich für die liebevolle Arbeit bei den Kranken und Senioren. Ein Anruf genüge und Monsignore Herbig sei umgehend zur Stelle, wenn er gebraucht werde. Sie überreichten ihm das Buch „Gedichte und Moritaten“ von Edwin Brod, damit ihm der Stoff für markante Worte am Ende des Gottesdienstes nicht ausgehe.

 
Wolfgang Schmitt

Veröffentlicht: 21.07.2010 Wolfgang Schmitt
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