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Pfarreiengemeinschaft St. Laurentius  > Kirchen und Gebäude

St. Josef Marktheidenfeld

Kirchen und Gebäude Marktheidenfeld
Kirchen und Gebäude Marktheidenfeld

Kirchen und Gebäude Marktheidenfeld

 

 

 

 

 

 

 

Markant und mächtig steht in der Mitte Marktheidenfelds das gewaltige Kalkstein-Bauwerk der St. Josef-Kirche. 23 Monate nach dem ersten Spatenstich durch Stadtpfarrer und Dekan Franz Hegmann und 16 Monate nach der Grundsteinlegung fand mit der Konsekration durch Diözesanbischof Dr. Josef Stangl am Samstag, dem 16. September 1967, der Bau des Gotteshauses seinen Abschluss. Die vorgesehenen Baukosten in Höhe von 1,5 Millionen Mark wurden nicht überschritten.

Bereits 1951 hatte die Kirchenverwaltung St. Laurentius (neben Dekan und Stadtpfarrer Josef Ruf, Kirchenpfleger Josef Schmitt, Karl Bauer, Adam Hoh, Anton Klüpfel, Josef Seubert und Georg Schmitt) einen Antrag um die Errichtung einer Tochterkirchenstiftung ,,Zu den heiligen vierzehn Nothelfern" eingereicht, die vom seinerzeitigen Würzburger Bischof Dr. Julius Döpfner auch genehmigt wurde, allerdings unter Abänderung des Namens in "St. Josef". Im Zuge der Baulandumlegung war es Pfarrer Josef Ruf Ende der 1940er Jahre gelungen, die Hauptfläche für die geplante Kirche zu erwerben.

Konkrete Vorarbeiten - Festlegung des Bauprogramms, planerischer Wettbewerb, Vereinbarungen mit den zuständigen Stellen in Würzburg - unter Leitung von Pfarrer Franz Hegmann datieren dann die Jahre 1964/65. Als Anlass für den Neubau nennt die am 1. Mai 1966 in den Grundstein aufgenommene Urkunde: "Die neue Kirche muss jetzt gebaut werden, weil für die 4700 Katholiken der 6000 Einwohner zählenden Stadt das alte Gotteshaus zu klein ist."

Die Hanglage des Grundstücks stellte an den Marktheidenfelder Architekten Conrad Hagenbucher hohe Anforderungen, bot aber auch besondere gestalterische Möglichkeiten. Auf der Talseite des der Altstadt zugewandten Bauwerks entstand eine Krypta. Darüber erhebt sich die Hauptkirche mit ca. 650 Sitzplätzen und einer Fläche von 780 qm. Der Glockenturm mit einem fünfstimmigen Geläute aus der Gießerei Schilling in Heidelberg steht frei an der südöstlichen Grenze des Areals. Zur Konzeption der Oberkirche schreibt Conrad Hagenbucher: "Der Besucher soll im Innern des Raumes die Geborgenheit und zugleich die Erhabenheit Gottes erfahren. Aus diesem Gedanken heraus wurde ein Raum geschaffen, der durch seine freigespannte Deckenkonstruktion von allen Seiten den Blick zum Altar freigibt und jedem die Teilnahme am Opfermahl ermöglicht.

Die Belichtung des Raumes erfolgt von oben durch ein Lichtband, welches die Deckenflächen verbindet, die - in zwei verschiedenen Höhen beginnend - auf einen Punkt über dem Altar zustreben. Die etwas tiefer liegenden Deckenflächen rechts und links, mit Holz verkleidet in Form der Dachkonstruktion, schaffen den Eindruck der Geborgenheit. Dies wird noch verstärkt durch die massiven Natursteinwände, die umlaufend eine Verglasung aus blauem Betonglas erhalten, welches ein besonderes Spannungsfeld zur übrigen Einfachheit und Klarheit des Raumes darstellt. Die Dynamik des Raumes liegt in der horizontalen Anordnung der Eingangs- und Rückseite zur senkrecht aufstrebenden Altarseite, die aus drei gegliederten Wandscheiben besteht und im Mittelteil über dem Altar das Kreuz aufnimmt, welches vom seitlich einflutenden Licht sehr plastisch erscheint und zum Blickpunkt des Raumes wird.

Wie die meisten Gotteshäuser der Gegenwart, so weist auch St. Josef eine eher zurückhaltende künstlerische Ausgestaltung auf. Das Hauptportal, ein Werk von Studiendirektor Ludwig Heilos (Würzburg), zeigt zum Kirchenvorplatz hin den Sündenfall Adams und Evas, ist Durchgang von ,,Draußen", maßgeblich bestimmt vom Unglück der Sünde, zum ,,Drinnen'; in dem sich der erlösende Opfertod Christi nachvollzieht. Betritt man die Oberkirche durch diesen Haupteingang, fällt der Blick, der architektonischen Idee entsprechend, auf das Tod und Überwindung des Todes zugleich verkündende Bronzekruzifix des Bildhauers Hans König, gleichsam bekrönt von der Glasplastik über dem in schwarzem Marmor ausgeführten Altarblock. Tropfenartige Figuren auf den Türen des Tabernakels symbolisieren das Blut Christ und die Feuerzungen des Heiligen Geistes; über der Priestersitzgruppe ist eine Darstellung des Neuen Jerusalem von dem Künstler Max Walter angebracht.. Das moderne Eichenholzrelief des Kirchenpatrons am Aufgang zur Orgelempore schuf der Marktheidenfelder Künstler Erich Gillmann, ebenso die den biblischen Bericht um Jesu Menschwerdung wiederholenden Türgriffe des Windfangs. Drei Manuale, Pedal und M klingende Register besitzt die 1972 von Franz Heißler aus Markelsheirn im Taubertal gebaute Orgel.

In scharfem Kontrast zum hellen Raum der Oberkirche empfängt den Besucher das gebrochene Licht der Krypta, besonders für Werktagsgottesdienste, Andachten und persönliches Gebet bestimmt; deren Altarwand dominiert wird von einem Aluminiumrelief, das spiralartig den in die Strahlen eines gläsernen Kreuzes zentrierten Tabernakel umrankt: "Der Mittelpunkt unseres Glaubens und Lebens ist Jesus Christus, zu ihm führen alle Wege, und von ihm strahlt alles aus." (Hans König) Auch der Kreuzweg der Unterkirche entstammt der Werkstatt Erich Gillmanns. Darstellungen Mariens bezeugen die hohe Verehrung der Gottesmutter im katholischen Franken, verknüpfen Tradition und Moderne. Letzteres gilt genauso für das erst l991 nach gründlicher Restaurierung in die Oberkirche aufgenommene Relief der vierzehn Nothelfer. "Mögen alle Sorgen und Mühen um die seelische Beheimatung der Gläubigen in der neuerbauten St. Josef-Kirche ihre Krönung finden in einer frohen, lebendigen Teilnahme des hiesigen Gottesvolkes am liturgischen Geschehen nach den endgültigen Normen des II. Vatikanischen Konzils:Gott zur Ehre und den Menschen zum Heil!" (Franz Hegmann, Stadtpfarrer und Dekan, Bischöflicher Geistlicher Rat, zur Einweihung 1967)
Quelle: Michael Deubert

Kirchenpatron

Kirchen und Gebäude Marktheidenfeld
Die Vielzahl der Heiligen mit Namen Joseph gehen alle auf den Pflegevater Jesu zurück. In der Heiligen Schrift findet sich nur wenig über Joseph. Sie sagt, er war "gerecht" (Matth. I, 9), das heißt, dass Joseph ein reiner, tugendhafter und heiliger Mann war. Joseph stammte aus dem Geschlecht König Davids, aus dem nach dem Zeugnis des Alten Testaments der Messias hervorgehen werde. Er lebte jedoch als bescheidener Zimmermann in Nazareth und war der Verlobte von Maria, der Mutter Jesu. Mit großer Erfurcht und Liebe führte er Maria als seine Ehefrau in sein Haus und wurde ihr Beschützer und der Nährvater des Erlöseres. Der scheinbare Gegensatz seines Berufs und höchstem Adel zeichnete ihn aus und ließ ihn Vorbild für viele Heilige werden. Das öffentliche Auftreten Jesu und seine Passion hat er vermutlich nicht mehr erlebt, da hier von ihm in den Evangelien nicht die Rede ist. Seinen Gedenktag begehen wir am 19. März.

Das Eichenholzrelief des Kirchenpatrons in der Kirche St. Josef schuf der Marktheidenfelder Bildhauer Erich Gillmann.