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Pfarreiengemeinschaft St. Laurentius  > Kirchen und Gebäude

Kreuzberganlage

 

Kirchen und Gebäude Marktheidenfeld
Kirchen und Gebäude Marktheidenfeld
Kirchen und Gebäude Marktheidenfeld

Kirchen Marktheidenfeld

 

 

 

 

 

 



Östlich von Marktheidenfeld liegt auf einer Anhöhe die Kreuzberganlage. Die Kreuzbergkapelle wird gerne als Hochzeitskapelle genutzt. Sie steht aber auch den Gemeinden für Maiandachten und Wallfahrten zur Verfügung. An Karfreitag finden sich immer wieder Gruppen, die vor den Stationen den Kreuzweg beten.

Bevor die eigentlichen Kreuzbergstationen entstanden, wurden von den Bewohnern Marktheidenfelds kleine religiöse Bilder an die Tannen genagelt und die Kreuzwegstationen gebetet. 1824 entstanden die ersten Stationen aus Eisenguss, welche auf Holzsäulen angebracht waren. In der Zeit von 1825 bis 1830 wurden die heutigen 15 Stationshäuschen aus Mauerwerk gebaut. Die Böden sind aus roten Sandsteinplatten. Die Dächer sind mit roten Biberziegeln eingedeckt. Auf den Dachfirsten der Häuschen sind schlichte Metallkreuze. An der Vorderseite sind Rundbogenöffnungen mit Ziergitter.

Vor jedem Stationshäuschen ist eine Betbank aus rotem Sandstein. Mit insgesamt 48 fast lebensgroßen Figuren wird im Innern der Stationshäuschen der Leidensweg Jesu dargestellt. Doch der Stationsweg weist eine Besonderheit auf: Er besteht nicht nur aus den vierzehn Stationen, die den Leidensweg Jesu darstellen, zu ihm gehört ein weiteres Stationshäuschen, in dem die Heiligen Drei Könige dargestellt werden, die das Kreuz Christi verehren.

Kreuzigungsgruppe, Grotte und Kapelle

Zur Kreuzberganlage gehört auch die Kreuzigungsgruppe. Schon 1824 soll das erste hölzerne Kreuz aufgestellt worden sein. Da die hölzernen Kreuze ständig erneuert werden mussten, wurde am 02.07.1837 eine Kreuzigungsgruppe von drei Kreuzen und fünf Figuren aus Rotsandstein errichtet. Am Fuß des Kreuzberges befindet sich der sogenannte Ölberg, der 1826 aus Dankbarkeit von einer Esselbacher Frau errichtet wurde, nachdem sie von einer schweren Krankheit genesen war. Es handelt sich dabei um eine Grotte, in der eine Darstellung Jesu zu finden ist. Im Jahr 1842 wurde von der königlichen Regierung die Baugenehmigung einer Kapelle auf dem Kreuzberg erteilt. Das für den Bau benötigtes Grundstück wurde von der Gemeinde Marktheidenfeld kostenlos zur Verfügung gestellt. Am 03.09.1889 wurde mit dem Bau begonnen, am 21.09.1890 wurde die fertig gestellte Kapelle eingeweiht. Die Kreuzbergkapelle ist im neuromanischen Stil gebaut, einem italienischen Kunststil des frühen Mittelalters.


Die Kapelle besteht aus einem Langhaus und einem dreiseitigen, geschlossenen Chor. Oberhalb des Hauptportals ist der quadratische Glockenturm, der an der Giebelseite von Sandsteinkonsolen getragen wird. Die Turmspitze ziert ein Metallkreuz. Die Rundbogenfenster und der Rundbogentüren, die Gesimse, der Erker und auch die Freitreppen bestehen aus rotem Sandstein. Der Innenraum der Kapelle ist mit roten Sandsteinplatten ausgelegt. Im Inneren der Kapelle befindet sich ein schreinergotischer Hauptaltar mit sechssäuligem Aufbau. Er stammt aus den Jahren um 1770 - dem späten Rokoko. Die insgesamt vier Heiligenfiguren, die sich rechts und links vom Kreuz Christi befinden, stellen von links nach rechts gesehen St. Burkardus, St. Petrus, St. Paulus und St. Kilian dar. An der rechten Stirnseite der Kapelle befindet sich die Kanzel aus dem Jahre 1750.

Seit 1895 mit Orgel

Nachdem die damalige Pfarrkirche St. Laurentius im Jahr 1934 eine neue Bestuhlung erhalten hatte, wurden ein Teil der alten Kirchenstühle in die Kreuzbergkapelle gebracht. Im Juli 1895 wurde eine Orgel gestiftet. Sie hat einen neugotischen Orgelprospekt mit vier Registern. Am 01.06.1891 bekam die Kapelle zwei Glocken.

Während des 1. Weltkrieges waren diese in Folge einer staatlichen Verfügung beschlagnahmt und eingeschmolzen worden. Erst 1925 wurden zwei neue Bronzeglocken angeschafft. Aber auch diese mußten bald darauf während des 2. Weltkriegs im Februar 1942 abgenommen und abgeliefert werden. Am 01.06.1960 erhielt die Kapelle zwei neue Bronzeglocken als Geschenk: die Kreuzglocke und Michaelsglocke . Die Kreuzglocke hat den Schlagton f, ihr Gewicht beträgt 220 kg. Sie trägt die Inschrift: "Zu ehren des heiligen Kreuzes". Die Michaelsglocke hat den Schlagton as, ihr Gewicht beträgt 120 kg. Sie trägt die Inschrift : "Zu ehren des heiligen Erzengel Michael".

Gleich neben dem Haupteingang im Inneren der Kapelle befindet sich auf der rechten Seite eine Grotte aus Tuffstein mit einer Statue der heiligen Jungfrau Maria, eine sogenannte Lourdesgrotte. Diese Grotte mit schmiedeeisernen Gittern wurde im 19 Jahrhundert gebaut. Heute stehen die Kreuzbergkapelle und die 15 Stationshäuschen unter Denkmalschutz. Im Jahre 1938 wurde die Kreuzberganlage erstmals renoviert. Bei der Aktion wurde eine Sakristei mit einem Aufgang zur neu installierten Kanzel gebaut. Ein zweites Mal wurden die Stationen und die Kapelle in den Jahren 1979 bis 1981 renoviert. 1997 wurden die Stationshäuschen sowie die 43 Holzfiguren renoviert.