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Wer die St. Laurentius-Kirche betritt, stellt fest: Die Renovierungsarbeiten haben begonnen. Ausgebaut wurden aus dem rechten Seitenschiff beide Bankfelder und aus dem linken Seitenschiff das vordere Bankfeld. So kann man einen vagen Eindruck gewinnen, wie der Raum ohne die festen Bänke wirken würde. Die Bänke sind eingelagert.

Festlegungen für die St. Laurentius-Kirche getroffen
Festlegungen zum künftigen Aussehen der St. Laurentius-Kirche trafen Dr. Jürgen Emmert, der kommissarische Leiter des Kunstreferats, und Regionalkonservator Wolfgang Schneider als Vertreter des Bischöflichen Ordinariats mit Pfarrer Hermann Becker, Pfarrvikar Matthias Eller und Mitgliedern der Kirchenverwaltung bei einem gemeinsamen Termin in der Kirche. Auch Altbürgermeister Dr. Leonhard Scherg nahm als Historiker und profunder Kenner der Marktheidenfelder Geschichte an dem Termin teil.
Die Bänke in den hinteren Bereichen der Seitenschiffe entfallen künftig komplett, genauso die Holzpodeste. In den vorderen Bereichen der Seitenschiffe entfallen die Holzpodeste. Jeweils vier Bankreihen stehen dann direkt auf den neu zu verlegenden Fliesen. Die Windfänge der Seiteneingänge sollen unverändert bleiben.
Die Grabplatten der Eheleute Wilhelm und Elisabeth von Kriechingen behalten ihren bisherigen Standort direkt unter der Gedenktafel, die an den der Neubau der Kirche durch Fürstbischof Julius Echter erinnert. Dieser Bereich soll besser ausgeleuchtet werden. Der Beichtstuhl bleibt.
In die Kirche zurückholen möchte man den alten Taufstein aus rotem Sandstein, der bei der Renovierung in den 1950er Jahren entfernt worden ist und derzeit in einem Garten steht.
Die Pieta links von Ambo und Volksaltar findet einen neuen Platz auf dem Marienaltar im rechten Seitenschiff. Die Heiligenfiguren werden teilweise neu angeordnet. Die Reliquien-Schreine, bisher unter den Liedanzeigern, sollen in der Sakristei aufgestellt werden. Das Gemälde über dem Priestersitz, das die Verkündigungs-Szene mit Maria und dem Erzengel Gabriel zeigt, könnte künftig im Chor über dem Eingang zur Sakristei hängen.
Während der Renovierung der Kirche werden Gottesdienste im Erdgeschoss des früheren Bekleidungsgeschäfts D&V auf der anderen Seite der Obertorstraße stattfinden.

„Aufbruchstimmung“ für St. Laurentius
Von einer „sehr positiven Aufbruchstimmung“ und einem „vollen Erfolg“ sprachen Pfarrer Hermann Becker und Kirchenpfleger Christian Menig. Sie resümierten damit den Nachmittag in der St. Laurentius-Kirche, bei dem sich die Allgemeinheit über die Renovierungspläne informieren lassen konnte. Die Pläne erläuterten Pfarrer Becker und Kirchenpfleger Menig. Gut 200 Teilnehmer wurden bei den Führungen gezählt. Die „Ausweichkirche“ im ehemaligen Modegeschäft D&V gegenüber der Kirche stellte Pfarrvikar Matthias Eller vor. An der Kirche gab es Kaffee und gespendeten Kuchen. Der Reinerlös aus dem Verkauf fließt selbstverständlich auf das Baukonto.
In einem Schaufenster des ehemaligen Modegeschäfts D&V wurde als Blickfang eine symbolische Baustelle eingerichtet. An Tafeln sind die Baupläne und Kostenübersichten für die Renovierung der Laurentius-Kirche zu sehen. Hier soll auch der Baufortschritt dokumentiert werden. Außerdem steht im Schaufenster ein durchsichtiger Kunststoffzylinder, der als „Spendenpegel“ dienen wird. Eingefülltes Granulat zeigt den jeweils aktuellen Spendenstand an.

Die Kirchenverwaltung befasste sich in ihrer jüngsten Sitzung außerdem mit der Vergabe von ersten Aufträgen, zum Beispiel für die Reparatur der Sandstein-Treppe im Eingangsbereich von der Obertorstraße her. Außerdem beschäftigte man sich erneut ausführlich mit der Finanzierung der Renovierungsarbeiten, die mit 665.000 Euro veranschlagt sind. Um finanzielle Unterstützung gebeten wurden das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, die Bayerische Landesstiftung sowie die Unterfränkische Kulturstiftung. Weitere mögliche Förderstellen werden umgehend angeschrieben. Die Stadt Marktheidenfeld hat bekanntlich schon einen Beitrag von 65.000 Euro zugesagt. Das Bistum Würzburg wird 330.000 Euro übernehmen. Zahlreiche Aktivitäten im Verlauf des Jahres sollen Einnahmen bringen, die dann in die Renovierung fließen. Weil die Altpapier- und Altkleidersammlung seit Jahren finanziell erfolgreich ist, wird es künftig außer dem Frühjahrs- und dem Herbsttermin wohl einen dritten Termin kurz vor den Sommerferien geben. In einem gemeinsamen Gespräch mit Vertretern der Organisationen und Gruppierungen innerhalb der Pfarrei – zum Beispiel Frauenkreis, Kantorei, Kolping, Ministranten – sollen Ideen und Aktivitäten besprochen und Helfer gewonnen werden. Zwar gibt es einen „harten Kern“ immer bereiter Mitstreiter und Helfer, doch braucht es auch neue und jüngere. Mit großem organisatorischem und personellem Aufwand wird das Pfarrfest verbunden sein. Es findet heuer vom 20. bis 22. Juli statt.
Wer die Renovierungsarbeiten in der Laurentius-Kirche mit einer Spende unterstützen möchte, kann diese überweisen auf das Konto DE 91 7905 0000 0046 0017 23 der Katholischen Kirchenstiftung bei der Sparkasse Mainfranken Würzburg.

Text und Bilder: Michael Deubert

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