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Im Monat Mai wird Maria besonders geehrt und in vielen Gemeinden werden Maiandachten gefeiert.
Mitten in diesem Monat, vom 11. bis 18. Mai wurde die Aktion Maria 2.0 von Frauen gestartet und hat deutschlandweit für Aufsehen gesorgt.

Es sind keine Rebellinnen, sondern Frauen, denen die Zukunft der Kirche wirklich am Herzen liegt. Sie nehmen besorgt wahr, wie es momentan in der Kirche aussieht und wie viele Menschen enttäuscht wurden. Sie werden ungeduldig und rufen nach Reformen. Wie lange sollen wir Frauen noch warten, bis die Männer der Kirchenleitung uns zuhören und uns zu verstehen versuchen?
Bischof Franz Jung kam am Donnerstag zur Mahnwache vor dem Neumünster, um zuzuhören und ins Gespräch zu kommen. Er zeigte Offenheit und Verständnis für die Forderungen der Frauen.
Maria 2.0 ist ein Aufruf von Frauen, die in der Kirche aktiv sind, nach Änderung der Machtstrukturen in der Kirche, nach der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs, nach Zulassung zum Weiheamt für Frauen. Der Katholische Deutsche Frauenbund unterstützt diese Aktion ausdrücklich.
Jesus ist offen auf Frauen zugegangen, hat ihnen Würde und Ansehen geschenkt. Ganz im Gegensatz zum damals üblichen Umgang ist er ihnen auf Augenhöhe begegnet. Die ersten Zeuginnen der Auferweckung Jesu waren Frauen wie Maria Magdalena. Sie wurde von Papst Franziskus in den Rang einer Apostelin erhoben. In der Anfangszeit der Kirche gab es Frauen als Leiterin einer Hauskirche, es gab Diakoninnen und Frauen, die Verantwortung übernommen haben ganz im Geist Jesu. Im Lukasevangelium lesen wir im Kapitel 8, Vers 1-3 namentlich von Frauen, die Jesus nachfolgten und ihn unterstützten. Die Entfaltung verschiedener Dienste und Ämter hat sich erst nach Jesus im Laufe der Jahrhunderte entwickelt.

Ich wünsche mir den jesuanischen Geist für eine geschwisterliche Kirche, in der Männer und Frauen nach ihren Charismen gemeinsam Verantwortung für die Kirche übernehmen.
Berufung und Kompetenz sollten über die Zulassung zu den kirchlichen Weiheämtern entscheiden. Das Geschlecht „weiblich“ dürfte nicht länger als Ausschlusskriterium gelten.
Ich glaube, das wäre auch im Sinne von Maria.
Rita Geißler, Gemeindereferentin
Geistliche Begleiterin des KDFB Zweigverein Marktheidenfeld

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