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Anders als der mittelalterliche Festname „Fronleichnam“ vermuten lässt, feiern die katholischen Gemeinden an diesem Tag den lebendigen Herrn Jesus Christus, der den Seinen auch heute leibhaftig begegnen und ihnen als Brot des Lebens zur geistlichen Nahrung und Kraftquelle werden will. So feierten die Gläubigen zunächst die Eucharistie, um dann mit dem gegenwärtigen Herrn durch die Straßen von Rothenfels zu ziehen.

Zu Beginn der Eucharistiefeier sagte Pfarrvikar Eller bei seiner Begrüßung: Wir feiern heute den Herrn Jesus Christus, der uns seine Nähe schenkt in der Eucharistie. Wie uns die Nahrung Kraft gibt, will uns der Herr stärken im geistlichen Sinn.

In seiner Predigt ging der Pfarrvikar noch einmal auf die Eucharistie ein: An Fronleichnam stellen wir ganz besonders die Eucharistie in die Mitte. Fronleichnam heißt Leib des Herrn. Wenn wir die Monstranz in die Mitte stellen, Monstranz heißt die Zeigende, ein Zeigegefäß, geht es darum, etwas zu zeigen, den Herrn, der gegenwärtig ist in der Eucharistie.

Jesus ist auch heute da und schenkt sich mit der Liebe wie damals am Kreuz. Diese Liebe reicht auch bis nach Rothenfels und bis in unsere Herzen.Wenn wir durch die Straßen ziehen, ziehen wir vorbei an den Häusern, die gefüllt sind mit den Menschen, mit ihren Sorgen und Nöten. Jesus will nicht nur in der Kirche da sein im Gottesdienst, sondern in unserem ganzen Leben.

Im Evangelium haben wir gehört, dass die Jünger fünf Brote und zwei Fische zu Jesus gebracht haben. Sie legen alles, was sie haben, in die Hände Jesus und geben es dann weiter. Es ist ein Bild für uns Christen. Was wir haben, sollen wir dem Herrn hinhalten und es dann weitergeben. Wir sollen Zeugen der Liebe Gottes sein. Wir sollen für andere Nahrung sein. Die Quelle sind nicht wir, sondern der Herr selbst. Er ist Segen, den wir heute für uns und unseren ganzen Ort erbitten wollen.

Nach der Eucharistiefeier schloss sich die Prozession an, bei der die Gläubigen die von Pfarrvikar Eller getragene Monstranz mit dem Allerheiligsten in einem festlichen Zug unter Gebet und Gesang durch die Straßen begleiteten. Bei jeder Statio an den vier Altären wurde ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgetragen, Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen erteilt. Begleitet wurde die Prozession von den Kindern, die Blumen streuten, den Männern die die Zunftstangen trugen und von der Spessarttrachtenkapelle aus Oberndorf, die die Feier musikalisch umrahmte. Die Prozession endete in der Kirche mit dem Tantum ergo, dem letzten sakramentalen Segen und dem Te Deum. Zum Schluss bedankte sich Pfarrvikar Eller bei allen, die zum gelingen der Feier beigetragen haben.

In einem Gespräch sagte Bürgermeister Gram: Wenn man durch die Straßen von Rothenfels schaut und die wehenden Fahnen und die geschmückten Häuser sieht, das spricht einfach für sich, wie wichtig und wie schön Fronleichnam für Rothenfels ist. Das kann man nicht beschreiben, das muss man gesehen haben.

Text und Bilder: Helga Kuhnert

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