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Bischof Jung feiert Pontifikalamt mit Kommunionkindern – Rund 800 Kinder mit ihren Begleitern aus den Dekanaten Alzenau, Aschaffenburg-Ost, -Stadt und - West, Karlstadt, Lohr, Miltenberg und Obernburg– Bischof Jung: „Angst macht Dinge viel größer, als sie eigentlich sind“

Aus unserer Pfarreiengemeinschaft sind am Montagmorgen mit dem Bus 30 Kommunionkinder und 20 Eltern zum Kommunionkindertag nach Würzburg aufgebrochen. Den Gottesdienst konnten die Kinder an den Altarstufen aus nächster Nähe mitfeiern:

„Ich freue mich sehr, dass wir heute gemeinsam diesen Gottesdienst feiern“, ruft Bischof Dr. Franz Jung am Montagvormittag, 8. Juli, den rund 800 Kommunionkindern mit ihren Begleitern im Würzburger Kiliansdom zu. „In dieser Woche erinnern wir uns daran, wie einmal alles begonnen hat mit Kilian, Kolonat und Totnan, die den Glauben in Unterfranken verkündet haben.“ Die Kinder kommen aus den Dekanaten Alzenau, Aschaffenburg-Ost, -Stadt und -West, Karlstadt, Lohr, Miltenberg und Obernburg. Sie alle haben im Jahr 2019 ihre Erstkommunion gefeiert.

Gebannt lauschten die Kommunionkinder der Geschichte von David und Goliath, die von Kommunionkindern in verteilten Rollen vorgetragen wurde.

In seiner Predigt betonte Bischof Franz, dass David von der Erwachsenen eine Rüstung, ein Schwert und eine Lanze erhalten habe. Doch David habe das alles wieder ausgezogen und weggeschmissen, weil es für ihn zu groß und zu schwer war. „Die Erwachsenen haben immer schon Lösungen und wissen immer schon, wie es geht. Aber die Jungen, die Kleinen, die wissen oft besser, was notwendig ist“, sagt der Bischof. David nehme sich das, was er könne – die Schleuder. „Es ist mutig zu wissen, was zu mir passt, meinen Weg zu finden und nicht die Lösungen der anderen zu kopieren.“ Goliath sei beim Anblick des kleinen David arrogant geworden. „Wenn die Menschen glauben, dass ihnen nichts passieren kann, das ist das Gefährlichste im Leben überhaupt“, sagte Bischof Jung zu den Kindern. Hochmut und Stolz kämen kurz vor dem Fall. „Auch die Großen dieser Welt lernen derzeit das Fürchten. Ein kleines Mädchen aus Schweden bringt sie mit den ,Fridays for Future‘ ins Zittern“, sagt der Bischof über Greta Thunberg. „Wenn die Kleinen sich zusammentun, können sie den Großen ganz schön einheizen.“

Dem David habe Gott Kraft und Mut gegeben, nicht die Rüstung oder das Schwert. David habe gesagt, er brauche das alles nicht, seine Stärke sei der Herr und seine Kraft der Glaube an Gott. „In diesem Glauben hat er den Goliath besiegt. Der große Goliath ist einfach umgefallen.“ Fünf Steine habe David für den Kampf gegen Goliath gesammelt. Diese Steine stünden für Tapferkeit, Mut, Glaube, Selbstbewusstsein und den Segen Gottes für den Tüchtigen, findet der Bischof gemeinsam mit den Kindern heraus. „Ihr könnt jetzt überlegen: Was sind die fünf Steine, die ich brauche, damit ich keine Angst habe vor den Riesen in meinem Leben? Freuen wir uns über die fünf Steine, und überlegt gut, was Ihr braucht für Eure Reise, um den Kampf mit dem Riesen aufnehmen und gewinnen zu können.“ Beim Schlusslied „Gottes Liebe ist so wunderbar“ recken alle die Arme weit in alle Richtungen, um zu zeigen, wie hoch, tief und weit Gottes Güte ist. Nach dem Schlusssegen applaudieren die Kinder und ihre Begleiter laut und lange.

Im Anschluss an den Gottesdienst wartete auf dem Kiliansplatz schon eine Stärkung auf die Drittklässler – Brezeln, Bananen und viele Wasserflaschen. Nun war Zeit, sich über das Erlebte auszutauschen: „Wir konnten alle Lieder mitsingen!“, ruft ein Junge aus Rothenfels, dem der Gottesdienst gut gefallen hat. „Es war ganz toll, dass der Bischof in der Predigt mit uns gesprochen hat!“, ergänzt ein Mädchen, „Wir saßen nämlich auf dem Boden im Altarraum ganz nah bei ihm.“ Gestaunt haben die Grundschüler auch über den Dom, in dem manche zum ersten Mal gewesen sind: „Der Kiliansdom ist so groß und es gibt so viele Figuren!“

Nach der Begegnung auf dem gut gefüllten Kiliansplatz begaben sich die Kommunionkinder in zwei Kleingruppen mit Pfarrer Hermann Becker und Gemeindereferentin Isabel Oestreicher auf den Spuren des Heiligen Kilian zur Erkundung des Kiliansdomes:

Beeindruckt waren die Mädchen und Buben vom gläsernen Schrein mit den Häuptern der heiligen Männer. Auch die Krypta des Domes, in der das Steinkreuz aus der Merowingerzeit zu sehen ist, durften die Kinder betreten. Zum Schluss trafen sich die beiden Gruppen am Kiliansschrein in der Kiliansgruft wieder.

Müde und erschöpft aber gefüllt mit vielen guten Eindrücken und Erlebnissen machten sich die Familien nach dem gemeinsamen Eisessen und einer kurzen Pause im Residenzgarten mit dem Bus schließlich auf ihren Weg zurück nach Marktheidenfeld.

Text: Isabel Oestreicher / POW
Bilder: Siegfried Straub / POW

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