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Am Abend vor Mariä Himmelfahrt trafen sich, wie alle Jahre, Frauen des Ortes bei Stefanie Jannek und Luise Hein, um für den Gottesdienst zum Marienfest Würzbüschel zu binden.


Eingeladen dazu waren auch einige der älteren Ministrantinnen, die sich gerne zur Mithilfe bereiterklärt hatten.
Bevor es allerdings an das Binden der Büschel ging, wurden die Ministrantinnen angeregt, die an Wegrändern und in heimischen Gärten gesammelten Kräuter genauer zu betrachten, und ihnen bekannten Pflanzen vorbereitete Namenskarten zuzuordnen. Dabei schlugen sich die Minis recht wacker. Aber auch die Erwachsenen hatten bei selteneren Arten durchaus ihre Schwierigkeiten.

Damit das Wissen um die heimischen Kräuter und ihre gesundheitsfördernde Wirkung auf die verschiedenen Organe des Menschen im Ort nicht ganz verloren geht, wurden auch die weniger bekannten oder unbekannten Arten vorgestellt und die jeweilige Verwendung in der Naturheilkunde angesprochen.
Dann allerdings ging es eifrig an das Binden der Sträuße – nicht ohne den Hinweis, dass auch die Anzahl der verwendeten Kräuter eine besondere Bedeutung hat:
Neben der Zahl sieben für die Anzahl der Schöpfungstage und der zwölf für die Stämme Israels und für die Apostel steht die Zahl drei und deren Vielfache als Symbol für die Heiligste Dreifaltigkeit.

In diesem Jahr wurden insgesamt 39 Heilkräuter in die Büschel gebunden, darunter die Königskerze, auch Marienkerze genannt, die die Mitte des Büschels bildet, um sie herum zum Beispiel Ringelblume und Blutweiderich oder das seltene Eisenkraut.

Am Ende kam eine stattliche Zahl von 45 bunten, duftenden Würzbüscheln zusammen. Und neben der Freude an der gemeinsam geleisteten Arbeit stellte sich auch das gute Gefühl ein, dass beim Zusammenwirken von drei Generationen dieser schöne Brauch auch in Zukunft erhalten werden kann.
Gerne wurden die gesegneten Sträuße nach der Messfeier an Mariä Himmelfahrt von den Gottesdienstbesuchern mit nach Hause genommen.
Herzlichen Dank für das Sammeln und Binden der Büschel und den Gottesdienstbesuchern für die großzügigen Spenden.

Text: Wolfgang Schmitt / Bilder: Stefanie Jannek

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