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Am Sonntag, 29. September, feierte die Pfarrgemeinde in der Kuratie Zimmern das Fest des Kirchenpatrons St. Michael und gleichzeitig mit der Stadt Marktheidenfeld die Eröffnung des umgestalteten Schwabsgrabens, an dessen Beginn in der Ortsmitte die zurückgekehrte Statue des Heiligen Nepomuk ihren Platz gefunden hat.

Zu Ehren des Erzengels Michael versammelte sich die Pfarrgemeinde um 10.00 Uhr zum Festgottesdienst in der Kirche. Pfarrvikar Matthias Eller nahm bereits zur Eröffnung den Heiligen Michael fest in den Blick. Alle Engel seien Boten Gottes und beauftragt, den Menschen zur Seite zu stehen. So dürfe man sich getrost auf die Hilfe und Fürsprache des Kirchenpatrons verlassen.
Das Evangelium stellte den Gläubigen das Beispiel vom reichen Mann und vom armen Lazarus vor Augen. Pfarrvikar Eller ging in seiner Predigt von den Engelsdarstellungen aus, die man in vielen Kirchen finde, so auch am Hochaltar der Pfarrkirche. Er verwies aber gleich darauf, dass der Heilige Michael kein Engel zum Kuscheln sei. Er trage das Schwert. Dieses sei aber nicht nur als Waffe zu verstehen, sondern auch als Mittel für den Erzengel etwas zu trennen, und damit zu unterscheiden; es rufe zum Hinterfragen auf.
Das sei genau der Punkt, an dem sich das Patroziniumsfest mit dem Evangelium verknüpfe. Die deutliche Botschaft sei, dass der Mensch nicht für sich alleine, sondern die Menschheit zur Einigkeit und zur Einheit geschaffen sei.
Drei Aspekte seien dabei von Bedeutung:
Die Einheit in der Würde – alle Menschen sind nach Gottes Bild geschaffen und somit steht jedem diese Würde bedingungslos zu! Sie ist ein Geschenk Gottes!
Die Einheit in der Liebe – Jesus geht aufs Ganze, wenn er allen seine Liebe in seinem Fleisch und Blut anbietet! Jeder Mensch ist von Gott geliebt! Das müsse auch unser Denken beeinflussen.
Die Einheit im Leben – alle sind von Gott zum Leben eingeladen und eingeschlossen! Abgründe, wie zwischen dem reichen Mann und Lazarus, schaffen wir Menschen selbst; bisweilen eben auch über den Tod hinaus. Von Gott sei dies nicht gewünscht.
Heutzutage seien Armut und Not anonymer geworden, aber zweifellos noch da. Die Frage ist oft nur, ob wir sie erkennen oder erkennen wollen. Ein „Mit dem will ich nichts zu tun haben!“ zeuge oft davon. Dabei zeigen Jesu Beispiel und Handeln ein absolutes „Mit dem will ich alles zu tun haben!“
Der Pfarrvikar entließ deshalb die Zuhörer zur Feier des weiteren Gottesdienstes, des Patroziniums aber auch des sich anschließenden Alltags ausdrücklich mit der Frage:
                                                                              „Wie gelingt es dir, diese Einheit zu leben?“

Am Nachmittag versammelten sich weit mehr als hundert Bürger aus Zimmern, Amtsträger und Gäste der Stadt Marktheidenfeld und Interessierte in der Theodor-Heuss-Straße, um der Einweihung der nach ihrer Restaurierung zurückgekehrten Nepomuk-Statue und des neugestalteten Schwabsgrabens beizuwohnen.
Um 14.00 Uhr eröffnete Pastoralreferent Alexander Wolf die Andacht zu Ehren des Heiligen. Neben einem Einblick in die Lebensgeschichte des Heiligen Nepomuk sprach diesen der Pastoralreferent Wolf in einem Brief auch direkt an: „Lieber Johannes Nepomuk! (…) Du stehst an einer wichtigen Stelle, auch heute noch, wo es gilt Brücken zu bauen und Verbindungen zu schaffen. (…) lehre mich die notwendigen Schritte. Führe mich auf die Brücke, die mich mit Gott und den Menschen verbindet. (…) Erinnere die vielen, die flüchtig an dir vorübergehen, (…) damit sie durch das Kreuz den Weg zum Leben finden.“
Im Anschluss an die Bittrufe zu den Heiligen und das gemeinsame Singen des Nepomuk-Liedes segnete er die Statue des Heiligen.
Nach einem Liedvortrag des Gesangvereins „Heimatliebe“ übergab Alexander Wolf das Wort an Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder, die die Zuhörer noch einmal über die Intentionen und den Werdegang des Projekts informierte. Nach gut einem Jahr Bauzeit sei für die Ortsbürger eine wichtige und erwünschte Verbindung zwischen Ortsmitte und Mainvorland mit Festplatz und Spielplatz entstanden. Auch deswegen habe der Heilige Nepomuk hier einen guten Platz gefunden.
Der Feier wohnten unter anderem zahlreiche Stadträte und geladene Gäste bei. Ebenfalls zugegen waren die stellvertretende Landrätin Sabine Sitter und der Landtagsabgeordnete Thorsten Schwab, die sich mit ihren Grußworten an die Zuhörer wandten.
Zum Abschluss der Feierlichkeiten segnete der Pastoralreferent den Fußweg. Anschließend gab die Bürgermeisterin, umrahmt von den beiden Ehrengästen und einigen Stadtteilpaten, mit dem Durchschneiden des Bandes den neuen Fußweg offiziell frei. Sie lud die Anwesenden ein, sie bei der Begehung bis zu den Mainwiesen zu begleiten.
Patrozinium und Einweihung konnten dann bei Kaffee und Kuchen sowie dem eigens kreierten Nepomukteller im Bürgerhaus weiter gefeiert werden.

Text und Bilder: Wolfgang Schmitt

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