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Einen Festgottesdienst zum Abschluss der Renovierungsarbeiten feierten die katholischen Christen von Marktheidenfeld am Sonntag, 2. Februar 2020, in ihrer Stadtkirche St. Laurentius. Damit nahm die Pfarrgemeinde die Kirche sozusagen wieder in Besitz. Seit Ostersonntag 2019 war sie wegen der Renovierung geschlossen gewesen.

Mit Osterkerze und kleinen Kerzen zogen Priester, Ministranten, Mitglieder der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderates, Architekten, Handwerker und Vertreter weiterer an den Arbeiten beteiligter Firmen zu Beginn des Gottesdienstes durch das Hauptportal ein. Pfarrer Hermann Becker stellte am Anfang seiner Predigt die Frage: „Wie ist Ihr erster Eindruck von der Kirche?“ Immer wieder habe sich das Aussehen der Kirche verändert. Theologische Erkenntnisse würden sich widerspiegeln, Kunstgeschmack und Volksfrömmigkeit würden nach einem stimmigen Ausdruck suchen, Theologie und Zeitgeschichte würden in der Liturgie zusammenlaufen. Jede Generation stehe neu vor der Frage: „Wie heute Gottesdienst feiern?“ Auch auf die aktuelle Situation der katholischen Kirche ging Becker ein, auf gravierende, teilweise schmerzliche Veränderungen, einen Prozess, der zum Abschied von Pfarrheimen, Kindergärten, Kirchen führen könne. Viele Menschen seien allerdings auf der Suche, würden gerade diese Kirche hier schätzen und brauchen. Der Pfarrer betonte: „Wir machen unsere Kirche gerade wieder auf, und sie soll offenbleiben. Damit die Menschen hereinkommen können – und dem Herrn begegnen können, wie wir es heute am Fest der Darstellung des Herren eigens erinnern und feiern.“ Den Festgottesdienst zelebrierten Pfarrer Hermann Becker, Pfarrvikar Matthias Eller sowie Domkapitular em. Prälat Karl Rost. Rost ist von 1973 bis 1987 Pfarrer in Marktheidenfeld gewesen, unter ihm war die gründliche Renovierung der Laurentius-Kirche 1982/1983 durchgeführt worden. Das Bischöfliche Ordinariat Würzburg wurde vom kommissarischen Leiter des Kunstreferats, Jürgen Emmert, vertreten. Mitgestaltet wurde der Gottesdienst vom Bläserensemble Marktheidenfeld (Leitung Thomas Grön) von der Katholischen Kantorei Marktheidenfeld (Leitung Simone Sommer) sowie an der Orgel von Hermann Grollmann und Alexander Wolf. Dem Gottesdienst folgte ein Empfang im Pfarrheim St. Laurentius. Dabei stieß man auf die gelungene Renovierung der Stadtkirche an. Für die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde überbrachte Pfarrer Bernd Töpfer Grüße. Er freute sich über das ökumenische Miteinander in Marktheidenfeld. Namens der Stadt Marktheidenfeld beglückwünschte Erste Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder die Pfarrgemeinde zur gelungenen Renovierung. Sie zitierte die Zeile „… da begegnen sich Himmel und Erde …“ aus einem modernen Kirchenlied und meinte, dass dies ganz deutlich werde, wenn man zu Beginn der Laurenzi-Messe in der Kirche den Festgottesdienst feiere, um dann gemeinsam zum Festplatz zu ziehen und dort ganz weltlich weiter zu feiern. Schmidt-Neder äußerte den Wunsch, dass alle Kirchen Orte dieser Begegnung von Himmel und Erde für die Menschen sein mögen und dass der heilige Laurentius Vorbild bleibe für ein fortdauerndes Engagement für arme, kranke und benachteiligte Menschen. Kirchenpfleger Christian Menig schloss in seinen Dank namentlich die Stadt Marktheidenfeld ein, die einen Zuschuss von 65000 Euro zu den Kosten der Renovierung geleistet hat.

Text: Michael Deubert / Fotos: Anya Ness, Erhard Wiesmann

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