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Mit dem Gründonnerstag beginnen in den christlichen Kirchen die Heiligen Drei Tage. Das 'Triduum Paschalis' oder 'Triduum sacrum', wie die Tage des Gründonnerstag, Karfreitags und der Auferstehungsfeier genannt werden, bilden den Höhepunkt des gesamten Kirchenjahres und sind Urbild für das, was wir in jeder Eucharistiefeier begehen. Es ist eine große Liturgie, welche am Gründonnerstag beginnt und erst in der Osternacht endet. 

'Treulos' war die Atmosphäre in diesem Jahr in der St. Josef Kirche, als Pfarrer Becker mit den Mitarbeitern die Heilige Messe feierte. Die große Kirche nahezu leer. Die Kirche wirkte bei mäßiger Beleuchtung düster. Die Fußwaschung entfiel. Alles war irgendwie anders. Und dennoch passte die Atmosphäre zu dem, was gefeiert wurde: Gründonnerstag. Das letzte Abendmahl - die Einsetzung der Eucharistie und des Priestertums - der Verrat - die Auslieferung. Treulos war sicherlich auch die Situation damals im Abendmahlssaal. Die Fußwaschung - eine Liebestat - wird an den Jüngern begangen. Auch an denen, die Jesus verleugnen sollten. Petrus, im Vorhof des Hohenpriesterlichen Palastes und Judas Iskariot, der seinen Herrn und Meister für 30 Silberstücke den Hohenpriestern und somit dem weltlichen Todesbeschluss auslieferte. 

Jesus lässt die Seinen nicht zurück. Er hinterlässt ihnen sich, im Brot des Lebens, im Kelch des Heiles. Die Eucharistie, Brot und Zeichen der Gegenwart Christi in unserer Welt. Er ist das Brot unseres Lebens. Doch wie sehr hungern wir in der heutigen Zeit nach diesem Brot? Wie groß ist die Sehnsucht des Menschen ihn nicht nur nach dem sichtbaren Äußeren zu empfangen - als reines Brot -, sondern in dem Brot mehr zu sehen, das, was es ist, wahrer Leib des Herrn? In Zeiten des eucharistischen Fastens, in Zeiten der öffentlichen Gottesdienstuntersagung eine Frage die uns alle beschäftigen kann: Wie sehr hungert es mich persönlich nach diesem eucharistischen Brot? Bin ich noch immer satt gegessen? Oder verspüre ich mittlerweile eine Sehnsucht danach, ihn, den Herrn in diesen Zeichen des Brotes zu erkennen und ihn in mir durch den Empfang der Eucharistie einziehen zu lassen? 

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